Mandantenakquise richtig gemacht

Egal, ob du gerade mit einer neuen Kanzlei voll durchstarten willst oder in einer etablierten Großkanzlei tätig bist, neue Mandanten kann dein Geschäft immer gebrauchen. Mandantenakquise ist allerdings – wie in jedem anderen Geschäft auch – nicht so super einfach, wie es sich immer anhört. 

Die Aussichten für Juristen, welche neue Klienten für sich gewinnen wollen, ist dabei auch nicht allzu rosig. Denn laut Bundesrechtsanwaltskammer gibt es allein in Deutschland über 165.000 zugelassene Rechtsanwälte. Und jedes Jahr kommen ein paar Tausend neue Anwälte hinzu. 

Entwicklung der Zahl zugelassener Rechtsanwälte

Für Österreich und die Schweiz sieht die Statistik ebenfalls düster aus.

Der Markt wird also immer härter und ein Ende ist nicht in Sicht. Ein Grund mehr, sich früher als später mit dem Thema “richtige Mandantenakquise” auseinanderzusetzen!

Darum lernst du in diesem Artikel eine Methode kennen, mit der das Problem von neuen Mandanten nachhaltig für dich gelöst wird. Das alles funktioniert über das Internet. 

Keine Sorge, du findest hier nicht die 0815 Tipps wie “fang bei deinen Freunden und deiner Familie an” oder “lege dir professionelle Visitenkarten zu”. Natürlich sind diese Dinge praktisch und für den Anfang essentiell. Aber helfen sie dir tatsächlich dabei, selbst über die nächsten Monate noch einen automatisierten Zustrom an neuen Mandanten zu gewinnen?

Wohl eher nicht.

Stattdessen gehen wir hier auf moderne online Maßnahmen ein, wobei wir den Fokus auf eine davon legen.

Es gibt einiges zu erklären, darum reden wir nicht länger um den heißen Brei und fangen sofort an.

Mandantenakquise über das Internet

Zum Glück erkennen viele Anwälte und Notare die Macht des Internets schon für sich. Das macht es wiederum schwerer für all jene, die noch etwas hinterher hinken.

Aber keine Sorge. Noch ist der Zug nicht abgefahren. Selbst, wenn du erst jetzt loslegst, kannst du innerhalb der nächsten Monate und Jahre deine Position noch sehr gut ausbauen.

Hinweis: Geniale offline Taktiken zur Mandantenakquise findest du in den Artikeln “19 Wege um neue Kunden zu gewinnen” und “Unschlagbare Marketingmaßnahmen”.

Viele der Methoden aus den eben erwähnten Artikeln sind nicht zu unterschätzen. Für Anwalts- und Notarkanzleien kommen aber nicht alle davon gleichermaßen in Frage. 

Was du tatsächlich brauchst, um langfristig neue Mandanten zu gewinnen, ist SEO – genauer gesagt “lokales SEO”! 

Falls dir der Begriff “SEO” noch gar nichts sagt, bekommst du hier eine zusammengefasste Erklärung dazu.

Kurze Erklärung zu SEO

SEO steht für “Search Engine Optimisation”, was in der schönsten Sprache der Welt so viel wie “Suchmaschinenoptimierung” bedeutet. Das Ziel der Suchmaschinenoptimierung besteht darin, deine Webseite bei Google auf Seite 1 der Suchergebnisse zu bringen.

Was dir eine starke Position in Google bringen soll?

Automatisiert neue Interessenten, die von alleine auf dich aufmerksam werden. Hier die monatlichen Suchanfragen für den den Begriff “Anwalt für Erbrecht in meiner Nähe”.

anwalt für erbrecht in meiner nähe

Wie du siehst, bekommt der Suchbegriff (auch “Keyword” genannt) schon nur in Deutschland ein paar Hundert Suchanfragen pro Monat. In Wirklichkeit ist die Zahl aber etwas höher, da die allermeisten Menschen in den unterschiedlichsten Variationen danach suchen. 

Eine Person sucht in Google nach “Anwalt für Erbrecht in meiner Nähe”, während eine andere nach”Fachanwalt für Erbrecht Umgebung” oder “Anwalt Erbrecht Wolfsburg” sucht. Alle haben eigentlich das gleiche Ziel – nämlich einen spezialisierten Anwalt in ihrere Region zu finden – geben dies aber auf unterschiedliche Weise in die Suchmaschine ein.

Die Daten sprechen für sich. 

Jetzt die Frage an dich: Wie viel wäre es für deine Kanzlei wert, wenn auch nur 3 dieser paar Hundert Suchanfragen zu zahlenden Kunden bzw. Mandanten werden würden?

Ich kenne deine Honorare zwar nicht, aber mit ein paar Tausend Euro könntest du in so einem Fall sicherlich rechnen. 

Und genau deswegen brauchst du SEO!

Das Bittere an den Suchmaschinen ist aber, dass deine Webseite so gut wie keine Besucher von all den Suchanfragen abbekommt, wenn sie nur auf der zweiten Seite von Google oder noch weiter hinten ist. 

Das Ziel für die Webseite deiner Kanzlei ist daher, zumindest unter den Top 10 Ergebnissen (= die erste Seite) bei Google zu erscheinen – am besten natürlich unter den Top 3.

Alles schön und gut, aber wie genau soll das in der Praxis funktionieren?

Damit setzt sich der nächste Abschnitt dieses Artikels auseinander.

So funktioniert SEO für Anwälte und Notare

Gleich vorweg: Du brauchst eine eigene Webseite für deine Kanzlei!

Abgesehen davon, dass es in der heutigen Zeit ein Sakrileg darstellt, als seriöses Unternehmen keine eigene Webseite zu besitzen, hast du auch auf Google nicht die geringsten Chancen ohne sie.

Hier eine kurze Liste mit all den Mindestanforderungen, die eine moderne und benutzerfreundliche Webseite deiner Anwaltskanzlei erfüllen sollte:

  • einwandfreie Nutzung auf Mobilgeräten
  • schnelle Ladezeiten (am besten unter 3 Sekunden)
  • gute Lesbarkeit der Inhalte
  • einfache Navigation durch das Menü
  • angenehme Farbgestaltung
  • hohen Sicherheitsstatus (SSL Zertifikat)
  • Möglichkeit zur schnell Konaktaufnahme

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum diese Dinge so wichtig sind. Ganz einfach, weil es keine zweite Chance für den ersten Eindruck gibt! 

Es macht schließlich auch ein besseres Bild vor Gericht, wenn dein Mandant gut gekleidet in den Gerichtssaal kommt, als wenn er mit zerrissenen Klamotten und einer Dose Bier in der Hand erscheint. 

Solange deine eigene Webseite diese Kriterien nicht erfüllt, kümmere dich bitte zuerst um deren Umsetzung. Danach kannst du gerne wieder auf diesen Artikel zurückkommen und ab dieser Stelle weitermachen.

Man muss übrigens nicht lange suchen, um Dienstleister zu finden, welche sich auf das Erstellen von Webseiten für Anwälte und Notare spezialisiert haben.

Ein paar davon sind zum Beispiel:

Nachdem die erste Hürde mit der professionellen Webseite überwunden wurde, widmen wir uns dem ersten essentiellen Punkt für die lokale Suchmaschinenoptimierung deiner Kanzlei-Seite.

Schritt 1: Ein vollständiges Google My Business Profil einrichten

Das sogenannte “Google My Business Profil” ist, was du siehst, wenn du zum Beispiel nach einem bestimmten Restaurant in deiner Nähe suchst.

google my business profil

Das GMB ist wie Googles hauseigenes Verzeichnis für Unternehmen. Laut einer Studie von Moz spielt das My Business Profil sogar die wichtigste Rolle für lokale Rankings in den Suchmaschinen.

Local Pack Ranking Faktoren

Beim Eintragen deiner Firmendaten solltest du penibel darauf achten, dass ALLE Infos zu 100% ident mit den Daten deiner Webseite sind!

Kaum etwas ist für Googles Local Algorithmus wichtiger, als eine einheitliche Konsistenz der Firmendaten. Wenn die Daten zu deiner Kanzlei Unterschiede zwischen deiner Webseite und im Google My Business Profil aufweisen, ist das ein starkes Anzeichen für die Suchmaschine, dass es sich bei dir nicht um ein seriöses Unternehmen handeln kann.

Das willst du um jeden Preis vermeiden.

Neben den grundlegenden Kontaktdaten wie Name und Telefonnummer (darauf wird weiter unten noch im Detail eingegangen) kannst du im GMB auch noch zusätzliche Informationen angeben wie…

  • Die Öffnungszeiten deiner Kanzlei
  • An welchen Feiertagen du geschlossen hast
  • Wie weit dein Einzugsgebiet geht
  • Welche Leistungen du im Detail anbietest
  • Eine kurze Beschreibung zu deiner Kanzlei

Je ausführlicher du auf dich und dein Geschäft eingehst, desto besser ist der Eindruck, den du bei Google und natürlich auch den Nutzern hinterlässt. Und wegen letzteren machen wir uns den ganzen Aufwand schließlich.

Nimm diesen Punkt nicht auf die leichte Schulter!

Wie wir weiter oben schon herausgefunden haben, suchen die Menschen in Google schon nach spezifischen Leistungen wie “Anwalt für Erbrecht”. Wenn du auf dieses Gebiet spezialisiert bist, gib auch genau das in deiner Kategorie an. Es wäre für dich ein Nachteil, wenn du lediglich “Anwaltskanzlei” angeben würdest.

anwaltskanzlei kategorien

Bei den Fotos kannst du deinen zukünftigen Mandanten einen ersten Einblick in deine Kanzlei und – wenn du der Typ Mensch dafür bist – auch ein paar Einsichten hinter die Kulissen geben. 

Hinweis: Das Google My Business Profil ist übrigens auch der Ort, an dem dir Mandanten eine Bewertung abgeben können. Du stärkst also nicht nur deine Chancen zur Mandantenakquise, sondern bekommst hier auch wertvolles Feedback!

Schritt 2: Citations in seriösen Verzeichnissen sammeln

“Citations” sind Einträge in Firmenverzeichnisse. Vermutlich kennst du schon das ein oder andere Verzeichnis bzw. hast selbst darin schon einmal nach Unternehmen gesucht. 

Was bringen dir Citations in Sachen SEO?

Es ist lange kein Geheimnis mehr, dass Suchmaschinen (allen voran Google) das ganze Web untersuchen und dabei haufenweise Daten auswerten. Diese Daten werden dann miteinander verglichen. Wenn deine Kanzlei nun an mehreren verschiedenen Stellen im Internet vertreten ist und überall dieselben Firmendaten vorzufinden sind, vermittelt das einen Eindruck von Seriosität.

Im Grunde genommen ist es das gleiche Spiel wie im Google My Business Profil. 

Je öfters man dieselben Informationen zu deinem Unternehmen findet, desto eher ist man davon überzeugt, dass es sich bei dir um ein echtes Unternehmen handelt.

Du würdest nicht glauben, mit wie vielen Fake-Einträgen Google und andere Verzeichnisse täglich zu kämpfen haben.

Zur besseren Übersicht bekommst du hier eine kurze Liste mit den bekanntesten Firmenverzeichnissen, in die du dein Notariat bzw. deine Anwaltskanzlei eintragen kannst:

Wie du sicherlich bemerkt hast, sind manche dieser Verzeichnisse für alle Branchen gedacht, während sich andere nur auf das Rechtswesen spezialisiert haben.

Sei aber gewarnt: Nicht jedes Firmenverzeichnis ist für deine Suchmaschinenoptimierung sinnvoll!

Es gibt Anbieter, die nur auf schnelles Geld aus sind und sich für einen Eintrag bezahlen lassen. Der Unterschied zu bezahlten Links bei bekannten Marken – wie zum Beispiel Wer liefert Was – ist, dass diese kleinen Portale kein Vertrauen bei Google haben. Wenn solch minderwertige Seiten nun auf dich und tausende andere Webseiten verlinken, mindert das auch dein Ansehen bei Google.

Im Zweifelsfall halte dich daher immer lieber an die Verzeichnisse, die auch schon länger auf dem Markt sind und sich einen Namen gemacht haben.

Hinweis: Es ist absolut NICHT notwendig, in den Verzeichnissen für eine Verlinkung zu bezahlen! In den allermeisten Verzeichnissen kannst du dich gratis eintragen lassen. 

Für den bezahlten Eintrag bekommst du in der Regel einen Dofollow Link. Der ist zwar besser für dein Ranking, aber wie wir gerade gelernt haben, geht es auch ohne.

Der Tipp alleine hat dir wahrscheinlich schon bares Geld gespart. Denn viele Unternehmen werden ihre Verkäufer auf dich loslassen und dir die “bessere” kostenpflichtige Variante anbieten, sobald du deine Kanzlei kostenlos eingetragen hast.

Schritt 3: Die wichtigsten Daten gut ersichtlich auf deiner Webseite präsentieren

Zu den wichtigsten Daten deiner Kanzlei gehören exakt 3 Dinge:

  1. Name
  2. Anschrift
  3. Telefonnummer

Diese Informationen werden auch mit N-A-P (Name, Address, Phone) abgekürzt und sind essentiell für jede Firmenwebseite – egal in welcher Branche man tätig ist. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um dieselben Daten, die du vorhin schon in die unterschiedlichen Verzeichnisse und in deinem Google My Business Profil angegeben hast.

In diesem Punkt geht es nur noch einmal darum, dass sie auch auf deiner eigenen Webseite vorzufinden sind und warum das wichtig ist.

Was ist mit “gut ersichtlich” gemeint?

Die Daten sollten prominent auf der Homepage vertreten sein. Die Nutzer, welche ja zu neuen Mandanten werden könnten, sollen nicht lange nach den Kontaktdaten suchen müssen.

Besonders gut eignet sich der Footer-Bereich einer Webseite zum Präsentieren von N-A-P. 

name, adresse, phone
Hier ein Beispiel von meiner eigenen Webseite.

Darüber hinaus müssen die Daten unbedingt in HTML angezeigt werden. Das macht es Google sehr viel einfacher, sie auszulesen und zu verstehen.

Schritt 4: Verlinkungen von anderen Webseiten einholen

Wenn fremde / externe Webseiten auf deine Webseite verlinken spricht man im SEO-Fachjargon von einem “Backlink”.

Backlinks waren von Anfang an einer der wichtigsten Rankingfaktoren für Google, da eine Verlinkung einer fremden Webseite auf deine eigene Seite wie ein Art Empfehlung wirkt. Je mehr externe Websites dich empfehlen, desto höher dein Ansehen bei den Suchmaschinen.

Hinweis: Für Anwaltskanzleien sind insbesondere Backlinks von Unternehmenswebseiten aus der Umgebung wichtig!

Es hilft dir, in den lokalen Suchergebnissen nach oben zu klettern, wenn bekannte Firmen in deiner Nähe auf dich verweisen. Sofern du also schon ein paar Firmenbesitzer aus deiner Region kennst, schadet es bestimmt nicht, sie mal um eine Verlinkung zu bitten.

Einen richtigen Sprung nach vorne bei der Mandantenakquise machst du allerdings, wenn du große und autoritäre Internetseiten (z.B. Wikipedia) dazu bringst, auf deine Kanzlei-Seite zu verlinken.

Das ist sehr viel leichter gesagt als getan. 

Backlinks von bekannten Marken können verdammt schwer zu bekommen sein, vor allem, wenn man selbst noch neu am Markt ist und sich noch keinen Namen machen konnte. Also wie bringst du fremde Seiten dazu, auf dich zu verweisen?

Indem du ihnen etwas von hohem Wert bietest!

Bestimmt gibt es in deinem Ort regionale Zeitungen. Wenn du deine Kanzlei gerade erst eröffnet hast, ist das für sie schon mal eine Story wert. Sofern es irgendwie möglich ist, solltest du die jeweilige Zeitung darum bitten, den Artikel auch online zu stellen und dort auf deine Webseite zu verlinken.

neueröffnung bezirk
Auf meinbezirk.at finden sich z.B. regelmäßig Neueröffnungen von Unternehmen.

Das war schon mal nicht allzu schwer.

Zum Glück hat das Internet unzählige Blogs zu allen Themen dieser Erde hervorgebracht. 

Nehmen wir zum Beispiel an, du hättest dich auf Erbrecht spezialisiert. In diesem Fall könntest du dein Wissen jenen Webseiten zur Verfügung stellen, deren Nutzer davon profitieren würden.

Die Seite von Benu bietet beispielsweise online Planungen für Bestattungen an. Um ihren eigenen Nutzern höchsten Mehrwert zu bieten, haben sie zudem coole und informative Ratgeber bereitgestellt.

Und jetzt rate mal, wen sie um Hilfe bitten müssen, wenn sie einen Ratgeber zum Thema “Nachlass” erstellen wollen? – Bingo! Einen Experten für Erbrecht.

In den Quellenangaben können sie sich dann mit einem hochwertigen Backlink bei dir bedanken.

Genau das ist übrigens auch passiert, wie du hier nachlesen kannst

backlink für kanzlei
Im Ratgeber von Benu hat die hier angeführte Kanzlei einen Backlink für ihre Mithilfe bekommen.

Die Arbeit vorweg besteht eben darin, möglichst viele – für deine Kanzlei relevante – Internetseiten ausfindig zu machen und ihnen dann deine Unterstützung anzubieten.

Hinweis: Diese Art der Suchmaschinenoptimierung wird auch “OffPage SEO” genannt. Weil sich hier alles außerhalb deiner eigenen Webseite abspielt.

Verlinkungen von anderen Webseiten zu ergattern hat vielmehr etwas mit PR Arbeit zu tun, als mit “klassischem SEO”. Die Arbeit kann schnell ermüdend sein, da nur die allerwenigsten Unternehmen auf eine noch unbekannte Seite verlinken wollen.

Lass dich dadurch aber nicht einschüchtern, denn hier liegt das wahre Gold begraben!

Jeder Link, den du von externen Seiten bekommst ist wie eine Art Burggraben um deine Position in Google. Während sich deine Konkurrenten nur um OnPage Optimierung sorgen, ziehst du ihnen mit diesen Maßnahmen davon.

Vergessen wir nicht: Höhere Positionen in Google bedeuten auch mehr Anfragen von neuen Mandanten.

Schritt 5: online Bewertungen sammeln

Online Bewertungen – egal ob auf Google oder anderen Portalen – sind nicht zu unterschätzen! Laut einer Studie von Capterra, bei der 500 Teilnehmer befragt wurden, vertrauen die Nutzer beim Kauf eines Produkts sogar mehr auf online Reviews, als auf die Meinung von Freunden und Familie.

Die harten Fakten sprechen eine eindeutige Sprache. Vernachlässige die Bewertungen deiner Mandanten und du riskierst die Reputation deiner gesamten Kanzlei. 

Nun ist es leider so, dass man aufgrund von fairem Wettbewerb nicht explizit nach positiven Bewertungen fragen darf. Aber wenn du schon weißt, dass deine Mandanten hochzufrieden mit deiner Arbeit sind, darfst du sie auf jeden Fall darauf hinweisen, dass sie dich gerne online bewerten dürfen, um ihre Erfahrungen mit anderen Interessenten zu teilen.

So gut wie jeder wird die Botschaft zwischen den Zeilen verstehen 😉 

Warum sind online Bewertungen für lokales SEO wichtig?

Webseiten mit vielen positiven und vor allem regelmäßigen Bewertungen in ihrem Google My Business Profil, werden in den lokalen Suchergebnissen höher eingestuft, als Webseiten bei denen das nicht der Fall ist.

Die weiter oben schon erwähnte Studie von Moz zeigt eindeutig, dass Reviews (mit fast 15% Anteil) ein starkes Signal an Google für die Platzierung ist. 

Neben Google können dich Kunden aber auch noch auf diversen anderen Portalen bewerten – wie zum Beispiel Yelp oder gut gemacht. Das Spannende an den Bewertungen auf diesen externen Plattformen ist, dass Google auch diese auswertet – wie dieser empfehlenswerte Artikel im Detail erklärt.

Die Suchmaschine analysiert den Review Content (den Text der jeweiligen Bewertung) um die einzelnen Unternehmen besser zu verstehen und einordnen zu können.

Vereinfacht ausgedrückt: Google wertet auch Keywords aus den einzelnen Bewertungen aus.

Hier zwei Beispiele um das ganze zu verdeutlichen:

  • Bewertung 1: “Ich habe großartige Erfahrungen mit dieser Kanzlei gemacht; 5 Sterne”
  • Bewertung 2: “Die Zusammenarbeit mit dem Rechtsanwalt für Erbrecht in Baden bei Wien war ausgezeichnet. 5 Sterne”

Beide Bewertungen sind positiv und geben 5 von 5 Sternen. Aber die zweite Bewertung verwendet genau die Begriffe, die für die Anwaltskanzlei von Relevanz sind und hilft dem Juristen auf diese Weise dabei, besser im Ranking eingeordnet zu werden.

Dies verdeutlicht, dass online Bewertungen dir sowohl bei einer besseren Reputation deiner Kanzlei, wie auch direkt bei der Mandantenakquise über Google helfen können.

Schritt 6: Meta Titel & Beschreibung anpassen

Dieser abschließende Schritt kann als kleine Ergänzung zu den bisher genannten Schritten gesehen werden. Die Anpassung deiner Meta Titel und Meta Beschreibungen verbessert dein SEO Spiel nämlich nur indirekt.

Die Metadaten sind das, was du siehst, wenn du in Google nach bestimmten Dingen suchst.

meta beschreibung bei google
Im Bild ist die Meta Beschreibung zu sehen. Der blaue Titel darüber wird als Meta Titel bezeichnet.

Selbstverständlich hast du auch einen Einfluss darauf, was den Suchenden hier im Detail angezeigt werden soll.

In der Welt der Suchmaschinenoptimierung ist es schon lange kein Geheimnis mehr, dass diese Daten keinen direkten Einfluss auf dein Ranking haben. 

Was das bedeuten soll?

Ganz einfach. Google stuft dich in der Positionierung nicht höher ein, nur, weil du bestimmte Keywords in der Meta Beschreibung versteckt hast. Aber nehmen wir mal an, du suchst nach “Scheidungsanwalt in München”.

Auf welches der Suchergebnisse würdest du eher klicken?

scheidungsanwalt münchen seo

Vermutlich auf eines der Ergebnisse, die auch deine eingegebenen Keywords im Titel und der Beschreibung wiedergeben. So verhält sich zumindest der Großteil aller Suchenden in Google.

Und eine höhere Klickrate ist definitiv ein starkes Signal an jede Suchmaschine, deine Kanzlei-Seite höher als die Konkurrenten einzustufen.

Sollte deine Webseite mit WordPress aufgebaut sein, kannst du den Meta Titel und die Beschreibung mithilfe eines SEO Plugins (z.B. Yoast) super simpel ändern. Für den Fall, dass sie mit einem anderen Content Management System gebaut oder gar speziell für dich entwickelt wurde, richte dich am besten an deinen Techniker.

Fazit

Das war’s auch schon. Mit diesen 6 Schritten hast du die wichtigsten Punkte für lokale Suchmaschinenoptimierung erledigt und deiner Mandantenakquise sollte nichts mehr im Wege stehen.

SEO ist zwar gewissermaßen der steinige Weg, um laufend neue Mandanten zu gewinnen, aber dafür auch der lohnendste und mit Abstand nachhaltigste. Wie du in diesem Artikel gelernt hast, hat das nichts mit Magie zu tun. Es handelt sich dabei eher um eine konstantes “Drehen an den richtigen Knöpfen”.

Das bedeutet auch, dass du keinesfalls damit aufhören solltest, sobald du mal eine gute Position erreicht hast. Ab da wird es Zeit, sich um die Verteidigung zu kümmern und mit starken Backlinks deine Position abzusichern.

Zum Abschluss muss noch erwähnt werden, dass SEO – egal ob lokal oder national – immer einige Monate dauern kann, bis alle Maßnahmen greifen. Das ist völlig normal und du solltest dich nicht davon verunsichern lassen, wenn die Webseite deiner Kanzlei bzw. deines Notariats nicht innerhalb einer Woche auf der ersten Seite zu finden ist.

In Großstädten wie Berlin oder Wien kann es noch etwas länger dauern, da hier die “Anwaltsdichte” klarerweise größer ist, Google aber trotzdem nur eine erste Seite hat.

Bonus: Sofort neue Mandanten mit Google Ads gewinnen

Wenn es dir zu lange dauert, bis die SEO Maßnahmen ihre volle Wirkung entfachen, kannst du die Zeit mit Google Ads (auch als Adwords bekannt) überbrücken. Die bezahlten Werbeanzeigen der Suchmaschine wirken nämlich – im Gegensatz zu SEO – sofort.

Bei Google Ads kannst du nicht nur selbst bestimmen, für welche Suchbegriffe du erscheinen möchtest, du kannst sogar auswählen in welchen Städten und Bezirken deine Werbeanzeigen ausgespielt werden sollen.

Es ist quasi wie Mandantenakquise auf Steroiden.

In kleinen Gemeinden kommt zudem der riesige Vorteil hinzu, dass du aufgrund mangelnder Konkurrenz sehr niedrige Klickpreise hast.

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Und selbst wenn du durch deine Bemühungen in der Suchmaschinenoptimierung schon auf die erste Seite gekommen bist, kannst du Google Ads noch nutzen. Im Kampf um die Platzierungen auf Googles erster Seite gilt: “Own as much real estate as possible.”

Mit anderen Worten erhöhst du die Wahrscheinlichkeit auf einen Klick zu deiner Webseite um ein Vielfaches, wenn du neben deinen normalen Ergebnissen auch noch bezahlte Anzeigen schaltest.

Hier ein schneller Crashkurs speziell für Juristen.

Wie du als Anwalt Google Adwords nutzen kannst

Zuerst legst du dir ein Google Ads Konto an. Ohne dem kannst du keine Werbeanzeigen bei Google schalten. 

Bei der Erstellung deines Werbekontos werden von Google die wichtigsten Daten zu deinem Unternehmen abgefragt, sowie deine bevorzugte Zahlungsmethode.

Anschließend suchst du im Google Keyword Planner nach geeigneten Suchbegriffen für deine Kanzlei. Für mehr Infos zu einer vernünftigen Keyword Recherche empfehle ich dir diesen Artikel hier.

Ein paar Beispiele für deine Kanzlei:

  • “Rechtsanwalt in meiner Nähe”
  • “Anwaltskanzlei + [deine Stadt]”
  • “Anwalt für [deine Spezialisierung]”
  • “Notariat + [dein Bezirk]”
  • “Rechtsanwalt + [deine Stadt]”

Anschließend musst du noch ein Tagesbudget und die Laufzeit deiner kleinen Kampagne festlegen.

Hinweis: Google nimmt sich (leider) die Freiheit und überzieht an gewissen Tagen dein Budget um fast das Doppelte! Dafür wird an anderen Tage wieder nichts abgezogen. Du bezahlst nie mehr als dein Tagesbudget mal 30 Tage. 

Jetzt fehlt nur noch eine Sache, um bei Google Ads erfolgreich durchzustarten: Die Anzeigentexte.

werbeanzeige adwords rechtsanwalt

Denn wie sollen interessierte Suchende auf deine Werbeanzeigen klicken, wenn die Anzeige selbst völlig inhaltslos ist? Beim Verfassen deiner Anzeigentexte für Google Adwords kannst du wie im oben genannten Schritt 6 vorgehen.

Achte immer darauf, dass die jeweiligen Keywords auch in Titel und Beschreibung vorhanden sind. Zusätzlich bringt es dir natürlich noch ein paar Vorteile, wenn du den Werbetexter in dir hervorbringst und deine Anzeigentexte geradezu magnetisch wirken.

Das führt zu höheren Klickraten. Höhere Klickraten führen zu höheren Positionen. Und höhere Positionen führen wiederum zu geringeren Kosten.

Sobald du all diese Punkte erledigt hast, kannst die Google Ads Kampagne starten und dabei zusehen, wie du laufend Anfragen von neuen Mandanten bekommst.

Hinweis: Auch bei den bezahlten Anzeigen von Google solltest du regelmäßig einen Blick auf die Daten werfen und gegebenenfalls etwas optimieren. Eine laufend optimierte Kampagne führt zu noch mehr Anfragen und noch niedrigeren Klickpreisen.

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